Grenzen des Nicht-Wachstums

Bei konstanter Bevölkerungszahl und limitierten Ressourcen bzw. limitierter Ressourcenregeneration ist auf Dauer nur ein Leben mit konstanter Ressourcenregeneration gleich dem Ressourcenverbrauch oder aber steigender Ressourcen-Nutzungseffizienz, also sinkendem Ressourcenverbrauch, wenn der Ressourcenverbrauch größer als die Ressourcenregeneration ist.
Bei steigender Bevölgerungszahl sind konstante Lebensverhältnisse nur durch Steigerung der Ressourcennutzungseffizienz nachhaltig zu meistern, also durch Wachstum. Wachstum im Sinne einer wachsenden Wertmenge, nicht aber einer steigenden Ressourcenverbrauchsmenge. Die Bezugsgröße des Wachstums ist entscheidend und leider oft auf den letztgenannten Begriff bezogen. Noch einmal: Wachstum ist Wachstum der Wertmenge, die summarisch den Menschen zur Verfügung steht. Wert sei hier mit allgemein anerkannten Bedürfnis-Befriedigungsmöglichkeiten gleichgesetzt. Bedürfnisse, wie sie beispielsweise durch Maslow beschrieben sind.
Für die Jahre 2010 bis 2050 ist Wachstum daher ein Gebot der Ethik, da die Bevölkerung in dieser Zeit stark steigen wird. Die Industrienationen, ohne Bevölkerungswachstum, sollten dazu ebenso, ja sogar in besonderem Maße beitragen, da sie bereits weit technologisch und organisatorisch-strukturell fortgeschritten sind.
Wachstum ist per se gut und wichtig, um die Lebensverhältnisse zu verbessern, die in weiten Teilen der Welt als objektiv zu gering, also unbefriedigt bzgl. der grundlegenden Bedürfnisse, einzustufen sind.
Woher also die Kritik am Wachstum? Meine Kritik gilt dem Nicht-Wachstum!
Wirklich begründet ist Kritik beim Blasen-, Zahlen- oder Pseudowachstum, also dem Wachstum, das nicht in der Realtität ankommt. Weiterhin kritisch zu betrachten ist das Realwachstum, das nur bei einer sehr kleinen Schicht ankommt. Diesem Phänomen der Ungerechtigkeit kann und muss z.B. durch Umverteilung nach gerechten und leistungsorientierten Kriterien begegnet werden. Gleichheit ist hier nicht das Ziel.
Diese Kriterien zu definieren und umzusetzen und im Folgenden eine rigorose Wachstumsförderung zu betreiben, muss also das Ziel sein.
Im Gegensatz zum üblichen Wachstumsbegriff wird hier auf den Wert, unter Einbeziehung der Summe zukünftiger Werteinheiten, die in einer als lange genug für nachhaltige Abschätzungen anzunehmenden Zeitspanne betrachtet werden, bezogen. Das Wachstum des Gesamtwerts und zumindest die Konstanz des auf die Bevölkerung bezogenen normierten Werts sollte das dauerhafte Ziel sein.
Nicht Wachstum, sondern Nicht-Wachstum hat Grenzen, die sich ethisch-moralisch ergeben.

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